• 05.03.2022, 22:00:02
  • /
  • OTS0036

TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Späte Einsicht", Ausgabe vom 6. März 2022 von Mario Zehnhäusern.

Sollte Russland oder wer anderer den Gashahn tatsächlich zudrehen, droht es rasch kalt zu werden.

Utl.: Sollte Russland oder wer anderer den Gashahn tatsächlich
zudrehen, droht es rasch kalt zu werden. =

Innsbruck (OTS) - Österreich hat sich bei der Erdgasversorgung
Russland ausgeliefert. Ein schwerer Fehler, der sich jetzt bitter
rächt. Die Rechnung müssen wir nämlich alle bezahlen.

Ranghöchste Vertreter der Bundesregierung, angeführt von
Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), reisen am Sonntag in die
Golfregion. Ziel der Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten
und in Katar ist die Sicherstellung der heimischen Gasversorgung. Die
nämlich ist in Gefahr, seit Russland, das 80 Prozent des
österreichischen Erdgases liefert, in der Ukraine einen durch nichts
zu rechtfertigenden Krieg führt und auch der westlichen Welt droht.
Die Regierung hat offensichtlich erkannt, dass sich das Land mit der
Abhängigkeit vom russischen Erdgas ins Abseits manövriert hat. Die
Einsicht kommt reichlich spät. So viel steht jetzt schon fest: Dieser
wirtschaftspolitische Bauchfleck wird uns alle hart treffen. Über die
steigende Inflation oder direkt über die Energiekosten. Experten
gehen davon aus, dass sich der Gas verdoppeln wird. Im günstigsten
Fall! Was das für die nach zwei Jahren Pandemie ohnehin chronisch
klammen Haushaltsbudgets bedeutet, kann sich jeder ausrechnen.
Sollte Russland oder wer anderer den Gashahn tatsächlich abrupt
zudrehen, droht es rasch kalt zu werden. Nicht nur in Österreich,
sondern auch in Deutschland, das sein Erdgas zu mehr als 50 Prozent
aus Russland bezieht. Und damit auch in Tirol, das mehrheitlich am
deutschen Netz hängt.
Es ist absehbar, dass angesichts dieser düsteren Aussichten der Ruf
nach dem Ausbau alternativer Energieformen lauter wird. Abhilfe
könnte die vielzitierte Energiewende schaffen. Die aber stößt an
unüberwindbare Grenzen, solange zwar Konsens darüber besteht, die
Atomkraft nicht zu nutzen und fossile Brennstoffe wie Öl, Gas sowie
Kohle durch erneuerbare Energieformen zu ersetzen, gleichzeitig aber
die für die Erzeugung so genannter „sauberer Energie“ auch benötigten
Wasserkraftwerke und Windräder blockiert werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PTT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel