• 12.01.2009, 12:46:37
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Ludwig/Prokop: Der Wollner-Hof feiert Dachgleiche

Umfassende Sanierung des Wohnhauses mit Dachgeschossausbau

Wien (OTS) - Der Wollner-Hof - er wurde in der Zeit des
ausklingenden 19. Jahrhunderts erbaut - ist eines der ältesten Häuser
am Brunnenmarkt. In den 1980er Jahren wurde das Wohnhaus zum
Spekulationsobjekt, das trotz engagierter Rettungsbemühungen seitens
der Stadt und des Bezirks nach und nach verwahrloste. Ende 2005
gelang es der GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H., das Gebäude
zu erwerben und einer umfassenden Revitalisierung zuzuführen, die von
der Stadt Wien mit beträchtlichen Fördermitteln unterstützt wird.
Seit mittlerweile einem Jahr läuft die Sanierung, in deren Rahmen
auch ein Dachgeschossausbau mit insgesamt 12 Wohnungen erfolgt.
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteher Franz Prokop und
GEWOG-Geschäftsführer Karl Wurm präsentierten heute, Montag, den
"neuen" Wollner-Hof im Rahmen einer Dachgleichen-Feier.****

Sanierung und Umbau des geschichtsträchtigen Ottakringer
Wohnhauses gehen zügig voran. Die revitalisierte Fassade und die
Rohbauten für die Aufstockung und den Dachgeschossausbau des Gebäudes
bieten bereits einen Eindruck, wie der künftige Wollner-Hof aussehen
wird. Ziel des Sanierungskonzepts ist es, Alt und Neu perfekt zu
verknüpfen und ein modernes, zeitgemäßen Standards entsprechendes
Wohnhaus zu gestalten, das dennoch seinen liebenswerten
Vorstadt-Charakter beibehält.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: "Die Stadterneuerung in Wien
gilt weltweit als Vorbild. Zurecht - wie auch das Beispiel des
Ottakringer Wollner-Hofs zeigt. Es gelang unter schwierigsten
Umständen, das historische Gebäude, das sich an einem markanten Punkt
des Brunnenmarkts befindet, einer durchgreifenden Sanierung und
Neugestaltung zuzuführen. Künftig wird der Wollner-Hof nicht nur
seinen Bewohnerinnen und Bewohnern viel Wohnkomfort bieten, sondern
auch das Grätzel aufwerten. Einen wichtigen Beitrag dafür leisten die
Fördermittel der Stadt Wien. Die Gesamtkosten für Revitalisierung und
Umbau des Wollner-Hofs betragen rund 4,2 Millionen Euro, rund 3,2
Millionen davon schießt die Stadt Wien zu."

"Ich komme fast täglich beim Wollner-Hof vorbei und beobachte
mit großer Freude die Fortschritte bei seiner Revitalisierung und
Neugestaltung. Im Wollner-Hof wurde Ottakringer Geschichte
geschrieben - dass er nun bald in neuem Glanz erstrahlen wird,
bedeutet uns im Bezirk sehr viel. Mit ihm bleibt nicht nur ein Stück
der Historie Ottakrings erhalten, sondern es wird auch ein weiterer,
wichtiger Baustein für die Zukunft geschaffen - für die
Attraktivierung und noch lebenswertere Gestaltung des
Brunnenmarkt-Viertels", betonte Bezirksvorsteher Franz Prokop.

Der "neue" Wollner-Hof

Die Sanierung umfasst u.a. die Instandsetzung und Wärmedämmung
der Fassaden, die Unterfangung der Fundamente, die Erneuerung der
Steig- und Verteilungsleitungen für Gas, Strom und Wasser, den Einbau
von Wärmeschutzfenstern und die Verbesserung der Wohnungen. Durch
eine neue innere Erschließung des Gebäudes werden die besonders
kleinen Bestandswohnungen gekoppelt und sowohl hof- als auch
straßenseitig belichtet. Die neu geschaffenen, zum Hof
durchgesteckten Wohnungen in den Aufstockungs- und Dachgeschoßflächen
erhalten hofseitige Terrassen, die straßenseitigen Eckwohnungen im
Dachgeschoß sind mit Terrassen in Form von Eckgaupen ausgestattet.

Im Erdgeschoß wird der derzeit offene Innenhof weitgehend
überdacht. Frei bleibt hier ein Atrium mit einem Baum und ein
offener, teilweise mit Glas überdeckter Durchgang, der im Erdgeschoß
die beiden seitlichen Stiegenhäuser miteinander verbindet und die
Allgemeinräume erschließt. Die neu geschaffenen
Erdgeschoßräumlichkeiten beinhalten neben dem Müllraum auch einen
Kinderwagen- und Fahrradabstellraum sowie neue Lager- und
Geschäftsflächen für die straßenseitigen Lokale.
Der Wollner-Hof verfügt nach der Sanierung über 30 Wohnungen (vorher:
31) mit einer durchschnittlichen Größe von 84m2. Drei Wohnungen sind
zurzeit noch frei. Geplanter Bezugstermin ist der Herbst 2009.

Historie des Wollner-Hofs

Der Wollner-Hof ist stummer Zeuge einer bewegten, oftmals
tragischen Geschichte. 1920 von der jüdischen Kaufmannsfamilie
Wollner erworben, wurde er in der Zeit des Nationalsozialismus im
Zuge der Arisierung enteignet. Seine Eigentümer - Siegfried Wollner
und dessen Frau Irma wurden in das Ghetto von Modliborzyce (Polen)
deportiert. Irma Wollner wurde von den Nazis ermordet, über das
weitere Schicksal ihres Mannes ist nichts bekannt. Nach dem Krieg
ging das Gebäude im Rahmen eines Restitutionsverfahrens an den Sohn
von Siegfried Wollner - den nach England emigrierten Dr. Gerhard
Wollner, der die Liegenschaft Anfang der 70er-Jahre verkaufte. Die
"Spekulationsära" des Wollner-Hofs begann in den 80er Jahren. Nach
einem Eigentümerwechsel verfiel und verwahrloste das Gebäude, das
ursprünglich aus drei Gebäudeteilen bestand, zunehmend. Einsätze des
Gesundheitsamtes wegen sanitärem Übelstand waren an der Tagesordnung.
Zudem war die Liegenschaft stark überschuldet und Gegenstand diverser
Erbschaftsstreitereien, sodass Versuche zu einer Lösung der massiven
Probleme mehrmals scheiterten.

Die "at home Immobilien GmbH - Wohnprojekte + Ideen", ein
Tochterunternehmen der gemeinnützigen Wohnbaugruppe GEWOG und NEUE
HEIMAT, startete im Jahr 2004 neuerlich Verhandlungen zum Erwerb der
Liegenschaft. Ende 2005 gelang es ihr nach langwierigen
Ankaufsgesprächen das Gebäude für die GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau
Ges.m.b.H. zu erwerben, wobei die "at home" weiter die
Projektentwicklung übernahm. Unter enger Einbindung der
Bezirksvorstehung und der befassten Magistratsdienststellen wurde ein
Revitalisierungskonzept für den Wollner-Hof ausgearbeitet. Die
meisten Wohnungen standen aufgrund ihres katastrophalen Zustands
frei. Die dringend notwendigen massiven Eingriffe in das Gebäude
machten eine Absiedlung der letzten BewohnerInnen notwendig, die zu
deren voller Zufriedenheit ablief. Sie erhielten entweder
Ersatzwohnungen oder eine entsprechende Ablöse.

Nähere Informationen über die Wohnungen im Wollner-Hof:

o Susanne Reppé, GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H.
  Tel: 401 09-52, E-Mail: [email protected],       
  Internet: www.gewog-wohnen.at                            
o Wohnservice Wien, Tel.: 245 03-100,                      
  Internet: www.wohnservice-wien.at

(Schluss) da

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Christiane Daxböck
Mediensprecherin StR. Dr. Michael Ludwig
Telefon: 01 4000-81869
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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