• 25.04.2012, 13:15:54
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Staatssekretär Ostermayer: "Österreich hat aus seiner Geschichte gelernt"

Empfang von AuslandsösterreicherInnen des Jewish Welcome Service-Vienna

Wien (OTS) - "Wir sind verpflichtet, jeden Tag aufs Neue für
Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit einzutreten
und autoritäre und antidemokratische Ideologien zu verhindern", sagte
Staatssekretär Josef Ostermayer heute, Mittwoch, anlässlich des
Empfangs des Jewish Welcome Service im Bundeskanzleramt.

"Viele Österreicherinnen und Österreicher waren aktiv am Holocaust
beteiligt oder haben ihre Augen vor den Gräueltaten des Nazi-Regimes
verschlossen. Niemals zuvor gab es in der Geschichte Österreichs eine
ähnliche Hetzjagd und systematische Ermordung Andersgläubiger oder
Minderheiten", sagte der Staatssekretär. Viele der heute Anwesenden
hätten selbst Familienangehörige und Freunde verloren oder hätten
nahe Verwandte, die von den schrecklichen Erlebnissen dieser Zeit
berichtet hätten. "Wir wollen jedoch auch nicht jene Frauen und
Männer vergessen, die den Verfolgten geholfen, für die Demokratie
gekämpft und Widerstand geleistet haben. Tausende haben dafür sogar
ihr Leben gelassen", so Josef Ostermayer.

"Wir sind uns unserer historischen Verantwortung bewusst, denn
Österreich hat aus seiner Geschichte gelernt. Das Land, in dem wir
heute leben, ist weltoffen und stolz auf seine Demokratie und soziale
Gerechtigkeit. Ich möchte nicht verschweigen, dass es auch heute noch
rassistische und ausländerfeindliche Tendenzen gibt. Doch es ist
unsere Aufgabe, diese Anzeichen rechtzeitig zu erkennen und dagegen
vorzugehen. Nicht nur in Österreich, sondern auch auf europäischer
Ebene", sagte Josef Ostermayer. Österreich hätte in der Zeit nach
1945 verabsäumt, die Täterinnen und Täter sowie die Gründe für den
Aufstieg des nationalsozialistischen Gedankenguts genauer zu
beleuchten und aufzuarbeiten.

"In Anbetracht unserer Geschichte sind wir stolz darauf, Teil der
Europäischen Union, einem noch nie da gewesenen Friedensprojekt, zu
sein. Wir wollen dabei auch eine aktive Rolle übernehmen und den
europäischen Integrationsprozess vorantreiben. Dabei einen uns
Grundprinzipien wie Demokratie und Freiheit. Und ich weiß, dass die
Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher das genauso sieht und
unterstützt", so der Staatssekretär abschließend.

Die Organisation Jewish Welcome Service wurde 1980 gegründet.
Präsident ist der jeweilige Bürgermeister der Stadt Wien. Neben dem
Besuchsprogramm zählen die Unterstützung von Gedenk- und
Erinnerungsinitiativen sowie Information und Service für jüdische
Wien-BesucherInnen zu den Aufgaben des Jewish Welcome Service. In
diesem Jahr sind vertriebene jüdische Bürgerinnen und Bürger aus
Israel, den USA, England, Australien und Chile von 22.-29. April zu
Besuch in Wien. Das Besuchsprogramm wird von der Republik Österreich
und der Stadt Wien unterstützt.

Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

Rückfragehinweis:
Mag. Dr. Gerhard Schmid
Kabinett des Bundeskanzlers
Tel.: (01) 531 15 - 202442
[email protected]

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