• 26.01.2016, 12:58:41
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DOKeins: ORF-Premiere für Erwin Wagenhofers kritischen Dokumentarfilm „alphabet“

am Mittwoch, 27. Jänner, 20.15 Uhr, ORF eins

Utl.: am Mittwoch, 27. Jänner, 20.15 Uhr, ORF eins =

Wien (OTS) - Einen kritischen Beitrag zur Bildungsdebatte lieferte
Filmemacher Erwin Wagenhofer 2014 mit seinem Kinodokumentarfilm
„alphabet“, der morgen, am Mittwoch, dem 27. Jänner, um 20.15 Uhr in
ORF eins TV-Premiere feiert. Mit der vom ORF im Rahmen des
Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Produktion beschließt
Wagenhofer damit – nach dem bisher erfolgreichsten österreichischen
Dokumentarfilm „We Feed the World“ zu den Themen Ernährung und
Globalisierung sowie dem Doku-Thriller „Let’s Make Money“ über das
weltweite Finanzsystem – seine dokumentarische Trilogie, mit einem
Film, der sich in zwingender Logik aus den vorangegangenen Arbeiten
ergeben hat. „alphabet“ beschäftigt sich damit, wie wir uns geistig
ernähren – und was in den globalen Bildungssystemen schiefläuft.

Mehr zum Inhalt:

Was lernen Kinder in der Schule? Vor allem Anpassung! Erwin
Wagenhofers Dokumentarfilm „alphabet“ analysiert, wie aus kleinen
Genies mit Neugier, Kreativität und Talent angstgesteuerte
Vermeidungsexpertinnen und -experten werden. Er zeigt aber auch
Alternativen auf: wenn Belehren durch Begeistern ersetzt wird und
Unterrichten durch Fördern. Der Film geht weit über die übliche
Diskussion um Schülerstress und Leistungsdruck hinaus. Er sieht in
Bildung den Schlüssel zu einer anderen Gesellschaft, in der Menschen
nicht mehr für ihre Widerstandslosigkeit belohnt werden. Ecken und
Kanten, ein eigener Kopf und das Hinterfragen von Handlungsmaximen?
Das ist im Berufsleben nicht gefragt, und die Schule bereitet gut auf
diese Verleugnung innerster Impulse vor.

Wagenhofer beginnt seine Reise in China: Muster-Pisa-Kandidat, immer
an der Spitze der Bildungs-Rankings. Unschöner Nebeneffekt: Der
Primus verzeichnet auch die höchste Selbstmordrate überforderter
Schüler/innen weltweit. Erziehungswissenschaftler Yang Dongping: „Die
chinesische Kultur hatte jahrhundertelang das Konkurrenzdenken nicht
im Programm. Seit der Marktwirtschaft sind alle, egal ob in der
Volksschule, im Gymnasium, im Kindergarten oder auf der Uni in diesen
bösen Strudel der Konkurrenz gezogen worden.“ Kinder in China
beneideten ihre Eltern, weil diese abends fernsehen können oder am
Wochenende ausschlafen, während der Nachwuchs in börsennotierten
Trainingszentren büffelt.

Ein Extrem? Auch in Europa, so zeigt der Film, ist für spielerische
Kreativität, eigene Ideen und Erholung kaum Zeit. Hat Bildung etwas
mit Krieg zu tun? Ja, sagt der Neurobiologe und Kritiker der
Leistungsgesellschaft, Gerald Hüther. „Erwachsene geben ihre Ängste
an die Kinder weiter. Und Angst ist die Grundursache für Krieg.“ Wenn
Menschen für ihre bedingungslose Folgsamkeit, fürs Nicht-Hinterfragen
autoritärer Ansagen mit Posten, Geld und Anerkennung entlohnt würden,
bringe das Menschen hervor, die stets das tun, was man ihnen sagt.

Bei einem Talente-Wettbewerb einer Unternehmensberaterfirma wird ein
Juror gefragt, was er denn von zukünftigen Managerinnen und Managern
erwarte. „Leistungsorientiertheit“. Nachfrage: „Um jeden Preis?“
Antwort: „Um jeden Preis“. Sieg, Niederlage, Überleben laute die
„maskuline Strategie“, um Vielfalt zu vereinfachen, eine komplizierte
Welt irgendwie zu verstehen, analysiert der ehemalige Spitzenmanager
Thomas Sattelberger.

Von all dem hat André Stern noch nie gehört. Der Gitarrenbauer aus
Liebe ging nie zur Schule, hat sich mehrere Sprachen und das Spielen
von Instrumenten selbst beigebracht. Weil es ihn interessiert hat.
Zwischen diesen äußeren Polen spielt Regisseur Wagenhofer subtil eine
Idee ein: Lasst uns doch einfach anders leben! Führungskräfte, die
ihre Mitarbeiter/innen in erbitterte Konkurrenzkämpfe jagen,
Lehrer/innen, die Druck auf ihre Schüler/innen ausüben, diese
„Systemfehler“ würden erst verschwinden, wenn Einzelne Haltung zeigen
und all dem nicht mehr applaudieren.

„alphabet“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF
SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen
zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden
sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090
010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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